04 Mai

Stadtverwaltung muss Verantwortung übernehmen

NEUES FORUM fordert Veröffentlichung von Hilfsangeboten für finanziell Benachteiligte

Aus Anlass des Starts einer Online-Datenbank der Stadtverwaltung für Angebote von Vereinen der Jugendhilfe am morgigen Dienstag erklärt der für Soziales und Finanzen zuständige Stadtratskandidat des NEUEN FORUM, Thomas Rudolph:

„Die Online-Datenbank für Angebote der Jugendhilfe sowie für Kultur-, Behinderten- und Seniorenvereine war längst überfällig. Das NEUE FORUM begrüßt diese Initiative der Stadtverwaltung ausdrücklich. Das reicht aber nicht aus. Die Stadtverwaltung ist bisher nicht in der Lage den finanziell schlechter gestellten Bürgern Leipzigs eine Übersicht von wohnortnahen Kleider- und Hausratskammern, Lebensmittelausgabestellen, Anlaufstellen zur kostenfreien Rechtsberatung und Armenküchen vorzulegen. In Leipzig leben über 100 000 Menschen die über weniger als das steuerliche Existenzminimum als Einkommen zum Auskommen verfügen. Immer wieder muss ich als Geschäftsführer eines Sozialwerkes im Leipziger Osten erleben, wie Bürger sich beklagen, keine Auskunft auf den Bürgerämtern über wohnortnahe Hilfsangebote zu erhalten. Die Stadtverwaltung muss endlich dafür sorgen, dass in jedem Bürgeramt eine Liste der Kleider- und Hausratskammern, Lebensmittelausgabestellen, Armenküchen und kostenfreien Rechtsberatungsstellen des jeweiligen Stadtteiles öffentlich aushängt. Armut wird nicht dadurch beseitigt, dass die Hilfsangebote für finanziell Bedürftige nicht öffentlich benannt, sondern stattdessen versteckt werden.
Das NEUE FORUM fordert die Stadtverwaltung auf, die Hilfsangebote für finanziell Benachteiligte jetzt ebenfalls in einer Online-Datenbank zu erfassen. Die so erfassten Hilfsangebote müssen dann in den Bürgerämtern öffentlich ausgehängt werden. Das ist notwendig, weil viele der finanziell schlechter gestellten sich auch keinen Internetanschluss mehr leisten können. Die Stadtverwaltung darf sich nicht länger vor der Verantwortung bei der Beseitigung von Armut drücken. Eine detaillierte Übersicht der Hilfsangebote muss zudem in die Ortsblätter der jeweiligen Stadtteile und die nächste Auflage des „Wegweisers durch Stadtverwaltung, Behörden und Einrichtungen in Leipzig“ aufgenommen werden. Leipzig hat nämlich nicht nur ein Zeitgeschichtliches Forum, ein Unternehmensgründerbüro und eine Tourismus und Marketing GmbH, sondern eine große Anzahl finanzielle Not leidender Menschen, die oft nicht wissen, wie Sie über den Monat kommen sollen. Ihren Nöten muss die Stadtverwaltung endlich mehr Aufmerksamkeit widmen.“